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Pittura di colore - in der Farbe sein

20.05.2017

 

Vom Geist der Farbe


Drei Künstlerinnen zeigen minimalistische Gemälde im Diözesanmuseum Passau Nach dem Umbau des Hofsaals in der Neuen Residenz Passau präsentiert sich der Raum mit seiner Rokoko-Stuckdecke, dem wunderbaren Boden aus Solnhofer Kalkstein und den prachtvollen
Lüstern weit und offen. Die Ausstellung pittura di colore – in der Farbe sein ist wie dafür geschaffen. Renate Balda, Inge Dick und Sonia Costantini haben sie konzipiert – die Künstlerinnen aus Waldkirchen/Bayer. Wald, Innerschwand am Mondsee/Österreich und Mantua/Italien inszenieren mit markanten monochromen Arbeiten den Raum. In begeisternder Vielfalt beschäftigen sie sich mit der Wirkung des Lichts auf die Farbe, ihrer Materialität, den emotionalen Werten und ihrem Temperament.
Renate Balda stellt die pure Farbe allein in das Zentrum ihres Schaffens. Anhand feinster Schlieren assen die Verläufe der geschütteten Acrylfarbe auf der Leinwand zarte Schwankungen in Transparenz und Dichte erahnen. Jedes Bild ist ein geschlossenes Universum.
Auch Sonia Costantini untersucht das Zusammenspiel von Farbe und Licht. Die in Mantua lebende Künstlerin treibt die Differenzierungsmöglichkeiten der Monochromie ins Unendliche. Die regelmäßigen, klaren geometrischen Strukturen der Bildoberfläche sind vom Lichteinfall abhängig. Licht wird in den feinen Verwerfungen des Farbauftrags reflektiert, die in der Draufsicht kaum
wahrnehmbar sind.
Während bei Renate Balda das Eigenlicht der Farbe zum Tragen kommt und die Bilder fast entkörperlicht wirken, ist Farbe bei Costantini haptisch erfahrbar. Inge Dick zeigt, was mit dem Auge kaum wahrnehmbar ist: die Farbe des Lichts an sich. Sie entspringt hier direkt der Natur, der die Künstlerin die Farben in einem langen Prozess abgewinnt. Ihre Bilder schlagen eine Brücke zwischen den konzentrierten Farbfeldern von Renate Balda und den Farbereignissen von Sonia Costantini. Dick macht das immaterielle Licht sichtbar, bildet das
ab, was eigentlich dazu da ist, die Welt sichtbar zu machen.

 

 

Diözesanmuseum, Passau (D) 2017

 

 

 

 

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